Rheinische Post: Gewalt gegen Behörden-Mitarbeiter = Von Martin Bewerunge

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Die Tötung eines Landrats im niedersächsischen
Hameln dürfte selbst im 200 Kilometer entfernten Rheinland für einige
Betroffenheit sorgen. Wieder hat es einen Verwaltungsangehörigen in
Ausübung seines Dienstes getroffen, einen Mann, der einfach seinen
Job machte und nur deshalb sterben musste, weil es jemandem nicht
passte, wie er seine Pflicht tat. So ist es vor nicht allzu langer
Zeit auch der jungen Arbeitsvermittlerin in Neuss ergangen, die ein
wütender Erwerbsloser an ihrem Arbeitsplatz brutal ermordete. In
beiden Fällen waren die Opfer arglos, wehrlos Tätern ausgeliefert,
die ihre Verbrechen vorbereitet hatten, sogar als gewaltbereit
galten. Es gibt diese Menschen, die unbändiger Hass treibt, der nur
ein Ventil kennt: dass am Ende Blut fließt. Und weil das so
aberwitzig klingt, rechnen wir im Alltag wenig damit, dass es
passiert. Vielleicht zu wenig. Bedrückend, aber wahr: Vollkommener
Schutz davor ist illusorisch. Selbst wenn Behörden zu Trutzburgen
ausgebaut würden, bliebe offen, wer deren Mitarbeiter denn nach
Dienstschluss schützen soll. Hameln und Neuss bleiben vielmehr eine
Mahnung zu Wachsamkeit und Vorsicht. Das ist der Preis für die
Freiheit unserer offenen Gesellschaft, die wir alle so lieben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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