Rheinische Post: Gipfel der Autokraten Kommentar Von Martin Kessler

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Für den Westen hat es etwas Erschreckendes,
wenn sich der türkische Machthaber Erdogan mit dem russischen
Herrscher Putin trifft. Denn die beiden Rivalen eint nur die
Abneigung gegen den Westen. In Syrien sind sich der Mann vom Bosporus
und der Chef des Kreml spinnefeind. Doch der Westen sollte sich vom
Gipfel der Autokraten nicht kirre machen lassen. Zum ersten sind
beide auf die starke Wirtschaft des Westens angewiesen. Die
ökonomischen Beziehungen der EU und der USA sowohl zu den Russen wie
zu den Türken sind so eng, dass eine klare Frontstellung gegen den
Westen für beide eine kostspielige Angelegenheit wären. Zum zweiten
zeigt die Annäherung von Erdogan an Putin, dass auch aggressive
Rivalen eine Gesprächsebene finden. Ein ernster Konflikt zwischen
Russland und der Türkei ist für den Westen viel gefährlicher, zumal
Letztere noch immer Nato-Mitglied und Verbündete ist. Immerhin muss
man Putin zugestehen, dass er seine Position meisterhaft ausnutzt und
sich weltpolitisch geschickt in Szene setzt. Der Konflikt um die
Ukraine ist da schon fast vergessen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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