Rheinische Post: Grenze der Obergrenze Kommentar Von Michael Bröcker

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Die Debatte über eine Obergrenze weckt
Erwartungen, die kaum zu erfüllen sind. Jenseits rechtlicher Bedenken
gilt: Die Frage, wie viele Flüchtlinge Deutschland in einem Jahr
aufnehmen, versorgen und sinnvoll integrieren kann, ist seriös nicht
zu beantworten. Es kommt halt darauf an. Es kommt darauf an, wie
effizient der Staat die Menschen aufnehmen, qualifizieren und in den
Arbeitsmarkt integrieren kann. Es kommt darauf an, wie viele der
Ankommenden bereit sind, sich zu engagieren, einzubringen und sich an
die rechtlichen und kulturellen Gepflogenheiten zu halten. Es kommt
darauf an, was die Asylbewerber können und welche Fachkräfte
Deutschland benötigt. Es kommt auf unser Bildungssystem an. Richtig
ist aber: Wir gewähren den Schutz des Asyls aus einer humanitären
Verpflichtung heraus. Sollen wir ab einer Zahl X sagen: Pech, du bist
einer zu viel? Die Reduzierung gelingt nur über den mühsamen Weg der
EU und einen neuen Verteil-Mechanismus, über die Bekämpfung der
Fluchtursachen und eine stärkere Flüchtlingspolitik in den
Nachbarländern der Krisenregionen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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