Rheinische Post: IG-Metall-Chef kritisiert „Sozialbetrug mit Werkverträgen“

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Die IG Metall hat die steigende Zahl von
Werkverträgen in der Industrie beklagt. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann
sagte der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“
(Donnerstagausgabe): „Wir sprechen hier über besorgniserregende
Ausmaße.“ Bei Logistikern und Industriedienstleistern sei etwa jeder
Dritte per Werkvertrag beschäftigt. Bei Entwicklungsdienstleistern
jeder Fünfte. „Weil wir die Leiharbeit mit den Branchenzuschlägen
unattraktiv gemacht haben, nutzen die Firmen nun Werkverträge, um die
Löhne systematisch zu drücken und Stammbelegschaften abzubauen“, so
Hofmann.

Der Gewerkschaftschef forderte von der Bundesregierung klare
Kriterien zur Abgrenzung von Leiharbeit und Werkvertrag:
„Werkvertragsnehmer sind heute günstiger und werden deshalb häufiger
eingesetzt. Oft missbräuchlich: Da findet nicht selten massiver
Sozialversicherungsbetrug statt.“ Wo Werkvertrag drauf stehe, sei
Leiharbeit drin, sagte Hofmann. „Kommt doch einmal der Zoll vorbei,
wird schnell umdeklariert: Die Arbeitgeber zaubern eine
Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis aus der Schublade. Aus dem
Werkvertragsnehmer wird dann ein Leiharbeitnehmer.“ Damit müsse
Schluss sein. Zudem forderte er, die Betriebsräte beim
Werkvertrags-Einsatz besser zu informieren, und es müsse einen
besseren Gesundheitsschutz für Werkvertragsnehmer geben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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