Rheinische Post: IG-Metall in NRW bezeichnet Siemens-Chef als „völlig weltfremd“

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Die IG Metall in NRW hat starke Kritik am
geplanten Stellenabbau bei Siemens geübt. „Es ist seit Längerem
bekannt, dass es im Großturbinengeschäft Schwierigkeiten gibt. Dann
hat ein Management die Aufgabe, Alternativstrategien zu erarbeiten –
und das heißt nicht, reflexhaft den Rasenmäher anzuwerfen und Stellen
abzurasieren“, sagte der Bezirksvorsitzende Knut Giesler der in
Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).
Personalabbau sei für die IG Metall kein Alternativkonzept, sondern
rein margengetrieben. Die Gewerkschaft werde sich die Pläne genau
anschauen, prüfen und eigene Alternativen aufzeigen. Giesler: „Werner
von Siemens hat einmal gesagt: ,Für einen augenblicklichen Gewinn
verkaufe ich die Zukunft nicht.– Joe Kaeser sollte sich diesen klugen
Satz sehr zu Herzen nehmen.“ Giesler will Druck auf das Management
ausüben: „Wir haben auch noch andere Mittel, um unseren
Gegenvorschlägen Resonanz zu verschaffen – gerade in Mülheim sind wir
sehr gut aufgestellt. Wenn Kaeser sich sperrt, werden wir den Druck
aber nicht nur in Mülheim aufbauen, sondern an vielen weiteren
Standorten.“

Scharfe Kritik übte Giesler auch am Angebot des Siemens-Vorstands,
Mitarbeiter könnten auch an neuen Standorten im Ausland wieder eine
Beschäftigung finden: „Wir haben in Mülheim eine hervorragend
qualifizierte Belegschaft. Sich hinzustellen wie Herr Kaeser und
denen zu sagen: ,Ihr könnt ja mitgehen, wenn wir Eure Arbeitsplätze
ins Ausland verlagern–, ist unanständig. Da agiert der Siemens-Chef
völlig weltfremd und abgehoben.“

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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