Rheinische Post: Jetzt reden sie wieder Kommentar Von Matthias Beermann

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Seit fast zwei Jahren, seit der russischen
Annexion der Krim, hat der Nato-Russland-Rat nicht mehr getagt. Jetzt
reden beide Seiten wieder, allerdings nicht miteinander, sondern
aneinander vorbei. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht den Rat
offenbar vor allem als willkommenes Forum, um den Westen wüst zu
beschimpfen und der Aggression zu bezichtigen. Selbstverständlich,
ohne die russische Aggression in der Ukraine auch nur mit einem Wort
zu erwähnen. Wenn es bei diesem völlig unversöhnlichen Ton bleibt,
wird man sich irgendwann die Frage stellen müssen, ob die ganze
Veranstaltung Sinn macht. Ohne ein Mindestmaß an gutem Willen und der
Bereitschaft zum Zuhören wäre sie absurd. Diplomaten halten zwar auch
inhaltslose Gespräche prinzipiell für eine gute Sache, weil man sie
im Notfall nutzen kann wie ein Rotes Telefon. Aber für
Krisenmanagement war der Nato-Russland-Rat nie gedacht. Hier sollte
mehr wachsen: eine echte Partnerschaft zwischen Ost und West. Davon
kann leider keine Rede mehr sein. Und ob sich daran etwas ändert,
darüber wird vor allem im Kreml entschieden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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