Rheinische Post: Kartelle unter Kontrolle

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von Thomas Reisener

Das am Wochenende bekannt gewordene Kartoffel-Kartell gibt dem
allgemeinen Verdacht neue Nahrung: Schon wieder haben deutsche
Produzenten mit geheimen Absprachen ihre Preise manipuliert. Sind wir
inzwischen zur Kartell-Republik Deutschland verkommen? Gerade erst
wurden die deutschen Bierbrauer wegen eines Kartellverdachts
durchsucht. Kartellstrafen kassiert haben zuletzt deutsche
Produzenten von Zucker, Zement, Waschmittel, Schokolade, Aufzügen und
Bahnschienen. Gegen den Serientäter ThyssenKrupp wird jetzt auch noch
wegen eines Verdachts auf ein Autostahl-Kartell ermittelt. Trotz der
langen Liste gibt es keine zuverlässigen Hinweise darauf, dass
Deutschland für Kartelle anfälliger ist als das Ausland.
Wahrscheinlich ist es sogar umgekehrt: Offenbar funktioniert die
Kontrolle hier einfach nur besser. Vor allem die Kronzeugenregelung,
die freiwillig geständigen Kartellbrüdern seit dem Jahr 2000 mildere
Strafen verspricht, hat sich bewährt. Seither ist die Zahl der
aufgeklärten Kartelle in Deutschland deutlich gestiegen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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