Rheinische Post: Kirchentags-Bilanz Kommentar Von Frank Vollmer

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Die Sonne. Die Menschen. Die schöne Stadt. Das
wird bei vielen Besuchern bleiben vom Evangelischen Kirchentag in
Hamburg. Zweifellos ist es ermutigend, wenn viele der rund 155.000
Tages- und Dauergäste die fünf Tage als stärkendes Glaubensfest
empfunden haben. Aber die Frage muss erlaubt sein, ob das für eine
Veranstaltung reicht, die selbst den Anspruch hat, politische
„Zeitansage“ zu sein. Der Kirchentag habe den „Nerv der Zeit“
getroffen, hat sein Präsident Gerhard Robbers gesagt. Dazu müsste
dann aber auch die Bereitschaft zählen, schmerzhafte Forderungen zu
stellen. Gegen Altersarmut und Menschenhandel zu sein und für ein
gerechtes Wirtschaftssystem, ist ein bisschen dünn – darüber sind
sich schließlich alle einig. Über die Wege hätte es zu streiten
gelohnt. Das gelang viel zu selten: Mit Podien, die einer Meinung
sind (nämlich der des Publikums), geht das nicht. Streit ist kein Gut
an sich. Aber er ist die Essenz der Demokratie. Ihn zu scheuen, ist
daher ein Fehler. Gerade für die Protestanten, eine aus dem Streit
geborene Kirche, müsste das auf der Hand liegen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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