Rheinische Post: Kommentar / Afghanistan, jetzt Mali = Von Helmut Michelis

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Seit mehr als zwei Jahren arbeitet eine jeweils
dreistellige Zahl von Bundeswehr-Ausbildern in Mali daran, die
desolate Armee des Landes wieder einsatzfähig zu machen. Das hat in
Deutschland kaum jemand zur Kenntnis genommen. Doch nun könnte es
gefährlich werden: Es zeichnet sich ab, dass deutsche Soldaten auch
im unruhigen Norden eingesetzt und damit in Kämpfe verwickelt werden.
Unbehaglich vieles erinnert an den unpopulären Afghanistan-Einsatz –
er wurde zum Fass ohne Boden. Trotzdem gibt es gute Argumente für die
deutsche Blauhelmmission: Ein dem IS-Kalifat ähnliches
Schreckensregime würde nicht nur Westafrika, sondern letztlich auch
Europa gefährden. Deutschland tut gut daran, Frankreich und den
Niederlanden zur Seite zu stehen. Soldaten können den Konflikt nicht
lösen, wohl aber Zeit gewinnen, um das Land unter ihrem Schutz wieder
aufzurichten. Es gilt jetzt, die Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz
zu beachten: Ziel, Zeitrahmen und Vorgehensweise müssen vorher genau
definiert und vereinbart werden. Das war am Hindukusch erst sehr spät
der Fall, vielleicht zu spät.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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