Rheinische Post: Kommentar: Albers unter Druck

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Mit seiner konsequenten Aufklärung des
Ritual-Skandals und der Brückenfoto-Affäre hat Kölns Polizeipräsident
Wolfgang Albers lange alles richtig gemacht. Bis jetzt. Auf einmal
löst er das Spezialeinsatzkommando (SEK) auf, das zwei Kollegen
gedemütigt haben soll. Und opfert seinen Spezialeinheiten-Chef. Was
ist daran falsch? Der Zeitpunkt. In beiden Fällen ist das interne
Disziplinarverfahren noch nicht abgeschlossen. Auch die
Staatsanwaltschaft hat erst in einem der beiden Fälle ausermittelt.
Zudem liegt der Bericht des Sonderermittlers noch nicht vor, den
Albers selbst eingeschaltet hatte. Auf welcher Grundlage also lässt
er jetzt schon Köpfe rollen? Weil er das derzeit weder der
Öffentlichkeit noch den Betroffenen erklären kann, entsteht nun ein
Bauernopfer-Mythos. Unter seinen 5000 Polizisten heißt es bereits,
Albers sei nervös geworden. Er stehe unter dem Druck des
Innenministers und habe Kollegen ans Messer geliefert, um von sich
abzulenken. Das muss nicht stimmen. Aber die Diskussion schwächt ihn
trotzdem. Albers ist jetzt angreifbar.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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