Rheinische Post: Kommentar: Amerikas Rassismus

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Ein Weißer erschießt friedlich betende Schwarze
– das hat Amerika gerade noch gefehlt. Nach einer Reihe von
Gewalttaten gegen schwarze Bürger ist die Stimmung ohnehin schon
aufgeheizt. Die Morde von Charleston wirken wie Öl ins Feuer. Da
hilft es auch nicht, dass der mutmaßliche Täter möglicherweise nur
ein verwirrter Einzeltäter ist. Der Ort des Verbrechens – eine Kirche
im Süden der USA – war wohl kaum zufällig gewählt und wird nicht nur
Afroamerikaner sofort an die brutalen Einschüchterungsmorde des
Ku-Klux-Klan erinnern. Die Bluttat platzt mitten in eine ohnehin
schon intensiv geführte Rassismus-Debatte in den USA, die sich
zuletzt aber auf das Fehlverhalten weißer Polizisten konzentrierte.
Charleston zeigt, dass Rassismus nicht nur Uniform trägt. Im Weißen
Haus sitzt ein schwarzer Präsident, und viele schwarzer Amerikaner
haben den sozialen Aufstieg geschafft. Das hat den Blick darauf
verstellt, wie groß das Problem immer noch ist. Dagegen vorzugehen
ist nicht einfach. Meinungsfreiheit geht den Amerikanern über alles.
Das macht es Extremisten so leicht, Hass zu sähen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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