Rheinische Post: Kommentar / Apple und der Staat = Von Antje Höning

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Für Globalisierungs-Kritiker ist die Sache
klar: Da gibt es diese internationalen Konzerne wie Ikea, Google und
Apple, die dank des globalen Marktes ihre Gewinne maximieren, ihre
Steuerlast aber wegen der nationalen Steuersysteme minimieren.
Publikumswirksam luden Europa-Parlamentarier gestern die Konzerne
vor. Doch ihre Attacke in Sachen Steuergerechtigkeit könnte ins Leere
gehen: Wenn die Konzerne nicht illegal agieren, sondern nur
Unterschiede zwischen den Ländern ausnutzen, sind sie nicht böse,
sondern schlau. Sie reagieren nur auf staatliche Anreize. Nicht die
Unternehmen tun Falsches, sondern die Gesetzgeber haben Falsches
getan. Man kann durchaus der Ansicht sein, dass Apple und Co. ihre
Gewinne nicht durch Hin- und Herbuchen zwischen Töchtern kleinrechnen
dürfen. Doch dann muss man die Gesetze ändern. Harmonisierung muss
nicht mal heißen, dass man die Steuersätze angleicht. Wettbewerb ist
schließlich gut. Man muss nur den Grundsatz etablieren, dass Gewinne
in Europa dort besteuert werden, wo sie anfallen. Das wäre eine
sinnvolle Aufgabe für Europa-Politiker.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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