Rheinische Post: Kommentar / Arme Alleinerziehende = Von Eva Quadbeck

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Dass beinahe die Hälfte aller Alleinerziehenden
als armutsgefährdet gilt, ist eine alarmierende Bilanz. Diese Mütter
und Väter müssen ihre Kinder täglich ermahnen, was sie sich nicht
leisten können: Schwimmbad, Kino, Geschenke für die
Geburtstagseinladung, Musikschule und Nachhilfe. Auf Dauer grenzt
dieser Zustand Kinder aus und mindert ihre Zukunftschancen.
Selbstverständlich kann der Staat nicht an allen Ecken und Enden den
Alleinerziehenden das geben, was auch Familien selbst aufbringen
müssen. Der Staat könnte sie aber stärker entlasten. Während viele
Familien üppig vom Ehegattensplitting profitieren, fällt der
Steuerfreibetrag für Alleinerziehende von knapp 2000 Euro im Jahr
mager aus. Auch eine Entlastung bei den Sozialabgaben für die unteren
Einkommen, die eh kaum Steuern zahlen, ist erwägenswert. Die
Alleinerziehenden hätten bei besserer Entlastung einen höheren
Anreiz, so viel zu arbeiten, dass sie es aus eigener Kraft über die
Armutsschwelle schaffen. Zugleich wäre es für sie leichter, dieses
Ziel zu erreichen.

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