Rheinische Post: Kommentar / Bahn redet Chaos klein = Von Christian Schwerdtfeger

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So langsam muss man sich ernsthafte Sorgen um
die Mobilität im Land machen. Dass die Straßen und Brücken marode
sind, ist ja bekannt. Dass aber auch unser Bahnnetz auf so tönernen
Füßen steht, dass ein einziger Stellwerkausfall wochenlanges Chaos im
Bahnverkehr nach sich ziehen kann, kommt einer Bankrotterklärung
unserer Infrastruktur gleich. Und was macht die Bahn? Die macht das,
was sie in Krisenfällen immer tut: Das Problem erstmal kleinreden.
Man könne nichts dafür, das betroffene Stellwerk liege halt an einem
neuralgischen Punkt. Das hört sich an wie eine schlechte Ausrede. Das
Stellwerk hätte gar nicht mehr in Betrieb sein dürfen, wenn es doch
von so zentraler Bedeutung ist, wie die Bahn selbst einräumt. Fast 50
Jahre hat das Stellwerk auf dem Buckel, hätte längst durch einen
Neubau ersetzt werden müssen. Aber stattdessen sollte die Anlage 2017
lediglich gewartet werden. Nun sollte man denken, die Bahn lerne aus
dem Vorfall und überprüfe schleunigst alle baugleichen Stellwerke.
Weit gefehlt. Sie macht weiter wie bisher.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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