Rheinische Post: Kommentar / Belgisches Staatsversagen = Von Birgit Marschall

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In dieser einen Woche nach den Brüsseler
Terroranschlägen haben sich Ungereimtheiten und Desorganisation der
staatlichen Stellen in Belgien derart gehäuft, dass sich ganz Europa
Sorgen machen muss. Belgien mit seinem komplizierten Staatsgefüge,
seiner kafkaesken Liebe zur Bürokratie, seiner bequemen
Nachlässigkeit scheint völlig überfordert zu sein mit den
Ermittlungen, mit dem Schutz der Bevölkerung, mit der Integration der
Migranten, mit dem sozialen Ausgleich im Land. Wenn Behörden eine
Woche danach nicht einmal die Zahl der Opfer korrekt kommunizieren
können, ist das nicht vertrauenstiftend. Monatelang konnte Europas
meistgesuchter Verbrecher nach den Pariser Anschlägen ausgerechnet in
Brüssel, der Hauptstadt Europas, ausharren. Salah Abdeslam soll in
Molenbeek ganz normal auf der Straße gewesen sein. Man stelle sich
vor, was in den USA losgewesen wäre, hätte sich Osama bin Laden nach
dem 11. September 2001 wochenlang unbehelligt in Boston aufgehalten.
Die EU-Staaten müssen darauf hinwirken und helfen, dass Belgien diese
Missstände so schnell wie möglich beseitigt. Denn alle Europäer sind
darauf angewiesen, dass jeder Mitgliedsstaat in der Lage ist, die
Bürger bestmöglich vor Terror zu schützen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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