Rheinische Post: Kommentar: Bildung statt Zensur gegen Internet-Hass

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Medienwirksam inszenierte Bundesjustizminister
Heiko Maas jüngst seine Initiative gegen Internet-Hetze auf der
eigenen Facebook-Seite: „Liebes Team von Facebook, wir müssen reden“,
begann sein Post. Facebook ließ ihn weitgehend abblitzen. Als Erfolg
meldete Maas nach etlichen Gesprächsrunden eine
Selbstverständlichkeit: Deutsches Recht gilt auch bei Facebook. Was
radikale Hetzer natürlich nicht davon abhält, ihren giftigen Wortmüll
weiterhin im Internet abzukippen. Die Episode zeigt den kümmerlichen
Einfluss nationaler Politiker auf multinationale Giganten wie
Facebook und ist – nebenbei – ein Argument für mehr Europa. Sie
illustriert aber auch ein antiquiertes Obrigkeits-Verständnis von
Kommunikation: Facebook hat 1,4 Milliarden Nutzer. Welches Gesetz
sollte solch einen Datenstrom jemals lenken? Zensur hat noch nie
funktioniert. Den kümmerlichen Erfolgen der Internet-Fahnder steht
eine riesige Dunkelziffer unentdeckter Internet-Hetzer gegenüber.
Solange es Hass in der Welt gibt, wird er sich auch im Internet
ausdrücken. Hass bekämpft man mit Bildung. Nicht mit Verboten. Auch
dafür ist das Internet eine Chance.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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