Rheinische Post: Kommentar / Blatter lebt noch = Von Robert Peters

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Anfang Juni kündigte Fifa-Präsident Sepp
Blatter seinen Rücktritt an. Das war ein schöner Tag. Denn mit diesem
Tag verbindet sich die Hoffnung auf eine Kernsanierung eines
korrupten Verbands. Diese Hoffnung könnte trügerisch sein. Denn
Blatter spielt mit Erfolg auf Zeit. Die Opposition in der Fifa,
namentlich die Gruppe der Europäer um Uefa-Präsident Michel Platini
und DFB-Chef Wolfgang Niersbach, wollte ganz schnell den Wechsel auf
dem Fifa-Thron. Vor Weihnachten sollte nach ihrer Vorstellung der
Nachfolger Blatters die Reformrichtung vorgeben. Doch Blatter setzte
seinen Termin durch. Es wird erst im nächsten Jahr gewählt. In der
Zwischenzeit kann sich der Amtsinhaber als Reformer aufführen. Das
ist eine ziemlich unerträgliche Vorstellung, weil es sehr
unwahrscheinlich ist, dass ausgerechnet der Präsident von all den
kriminellen Machenschaften unter dem Dach des Verbands nichts gewusst
haben soll. Noch kann Blatter aber Mehrheiten organisieren. Das
sollte seinen Gegnern eine Warnung sein.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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