Rheinische Post: Kommentar / Brexit-Machtspiele = Von Martin Kessler

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Die Pro-Europa-Kampagne des britischen
Premierministers Cameron hat einen schweren Rückschlag erlitten.
Ausgerechnet sein alter Stubenkamerad Boris Johnson versagt dem
Regierungschef in einer Schicksalsfrage die Gefolgschaft und wirbt
nun für den Brexit, den Austritt Großbritanniens aus der EU. Der
Exzentriker Johnson ist der populärste britische Politiker, der
zugleich geschliffen und ordinär reden kann, der ein politischer
Clown ist, aber auch als Londoner Bürgermeister ein guter
Verwaltungsfachmann. So einen lieben die Briten. In der Brexit-Frage
zeigt sich Johnson indessen vor allem machthungrig. Denn es geht ihm
weniger um die Zukunft Großbritanniens als um seine eigene. Wenn
Cameron durchfällt, wird er als Premier zurücktreten. Das ist die
Chance für Johnson, der im Mai sein Amt als Bürgermeister Londons
abgibt. Er hätte womöglich auch Cameron beerben können, wenn beide
für den Verbleib gekämpft hätten. Aber das war ihm zu unsicher. So
spielt er lieber mit den Interessen seines Landes. Das ist
verantwortungslos.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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