Rheinische Post: Kommentar / Brexit-Populisten = Von Michael Bröcker

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Man braucht schon eine große Portion britischer
Höflichkeit, um das Verhalten der Brexit-Stars sachlich zu
kommentieren. Nach dem Rücktritt von Boris Johnson möchte nun auch
Nigel Farage, der lautstärkste Verfechter der britischen
Unabhängigkeit, sein Amt aufgeben. Er wolle „sein Leben zurück“, sagt
er. Wie bitte? Was ist mit den Millionen, die sich von dem Verführer
mit dem Hang zur Halbwahrheit verraten fühlen, weil die negativen
Auswirkungen des Votums schon jetzt für die Wirtschaft spürbar und
schmerzhaft sind – und keineswegs so harmlos, wie es Farage bei jedem
Wahlkampfauftritt erklärt hat? Die Abwertung des Pfunds, die
Herabstufung des G8-Mitglieds bei den Rating-Agenturen, das
Zurückziehen von Investitionen und Standortentscheidungen. Jobs sind
in England unsicherer geworden. Dafür sind zuerst natürlich die
Brexit-Wähler verantwortlich. Aber wer für den Brexit in öffentlicher
Rolle geworben hat, sollte die Folgen auch tragen. Aber so sind
Populisten: Reden schwingen und gegen faule Politiker wettern. Und
dann wegducken, wenn es ernst wird.

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