Rheinische Post: Kommentar / Das Ebola-Virus hat gefährlichen Vorsprung = Von Eva Quadbeck

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Das Ebola-Virus ist schnell, die Reaktionen der
deutschen und anderer europäischer Regierungen sind langsam. Das gibt
dem Virus einen gefährlichen Vorsprung. Diese Seuche grassiert seit
Dezember 2013 in Westafrika. Auch wer die hygienischen Bedingungen
und die medizinische Versorgung dort nicht genau kennt, konnte sich
ausmalen, was eine so gefährliche Krankheit anrichtet. Dass
Deutschland nun Ärzte und Pflegepersonal schickt und Krankenstationen
aufbaut, ist natürlich die richtige Entscheidung. Die Hilfe hätte
aber bereits vor Monaten in Gang gesetzt werden müssen. Das Treffen
der Gesundheitsminister gestern in Brüssel endete wie viele
europäische Gipfel: mit dem festen Vorhaben, sich in Zukunft besser
abzustimmen. Dabei müsste die EU einen klaren Krisenplan erstellen,
wie sie sich vor dem Einschleppen von Ebola schützen will. Nach dem
Treffen gestern ist aber das übliche Durchwursteln zu erwarten. Eine
langfristige Lehre aus der Ebola-Krise muss sein, dass man dem
Ausbruch einer solchen Krankheit nicht mehr monatelang tatenlos
zusehen darf und dass Afrika mehr Hilfe braucht beim Aufbau seines
Gesundheitssystems.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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