Rheinische Post: Kommentar / Das Krebsgeschwür des Rassismus = Von Martin Kessler

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Das ungeklärte Verhältnis zwischen Weißen und
Schwarzen durchzieht die amerikanische Geschichte wie ein roter
Faden. Die Sklaverei, der Bürgerkrieg, die Rassentrennung im Süden
und die Diskriminierung im Norden. Weder die Bürgerrechtsbewegung in
den 60er Jahren, noch die Anti-Diskriminierungsgesetze danach, nicht
einmal der erste schwarze Präsident haben daran fundamental etwas
geändert. Selbst wenn eine wachsende Mittelschicht der schwarzen
Bevölkerung am Wohlstand inzwischen teilhat. Entsprechend ist das
Land durch die jüngsten Ereignisse in Louisiana, Minnesota und Dallas
aufgewühlt. Die brutale Gangart der Polizei bei Kontrollen, bei denen
gerade Schwarze immer wieder durch Schüsse der Ordnungshüter zu Tode
kommen, reißt diese Wunden auf. Wenn dann selbst ernannte Rächer in
Taliban-Manier wahllos auf Polizeibeamte schießen, schließt sich der
Teufelskreis. Die tiefe Kluft zwischen Schwarz und Weiß ist schwer zu
überwinden. Bildung könnte ein Schlüssel sein, auch ein
restriktiverer Umgang mit Schusswaffen. Während mehr Bildung nur als
langfristiges Projekt funktioniert, dürfte ein Verbot des Verkaufs
von Schusswaffen ein Wunschtraum bleiben.

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