Rheinische Post: Kommentar / Das System Blatter ist am Ende = Von Robert Peters

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Vielleicht wird der Fußball der
US-Justizministerin Loretta Lynch irgendwann ein Denkmal bauen. Denn
sie war es, die mit dem Eifer einer aufstrebenden Oberstaatsanwältin
Ermittlungen gegen führende Funktionäre des Weltfußballverbands Fifa
in Gang brachte. Sie entdeckte einen Sumpf aus Korruption, Geldwäsche
und anderer krimineller Vergehen. Ihren Ermittlungs-Ergebnissen
konnten sich auch die Schweizer Behörden nicht mehr durch jahrelang
eingeübtes Wegsehen entziehen. Das Strafverfahren der Schweizer
Justiz bringt nun wohl den bislang mächtigsten Mann im Weltfußball zu
Fall. Sepp Blatter hat auch in seiner Heimat abgewirtschaftet. Das
System Blatter ist am Ende. Das hat selbst die Fifa-Ethik-Kommission
begriffen, die der Präsident lange Zeit dominiert hatte. Nach deren
gestriger Entscheidung ist Blatters sofortiger Rücktritt überfällig,
und Platini kommt für seine Nachfolge nicht in Frage. Wenn sich der
Verdacht erhärtet, dass er in ein ganz krummes Geschäft mit Blatter
verwickelt ist, dann ist er auch als Uefa-Präsident nicht mehr
tragbar. Noch ist gegen Platini zwar kein Strafverfahren eröffnet wie
gegen Blatter. Die Sperre durch die Ethik-Kommission aber erhöht die
Wahrscheinlichkeit. Loretta Lynch weiß bestimmt schon mehr.

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Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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