Rheinische Post: Kommentar / Der Hass der Rechten ist unser Ansporn = Von Michael Bröcker

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Dass die Polizei in diesem Land eine Bannmeile
um ein Flüchtlingsheim ziehen muss, um die Bewohner zu schützen,
macht fassungslos und wütend. Es waren Hunderte junger Menschen,
darunter viele Frauen, die mit hasserfüllten Gesichtern und
unerträglichen Parolen vor dem Flüchtlingsheim im sächsischen
Heidenau randalierten. Die Bilder sind ein Warnsignal an all jene,
die von der historischen Schuld nichts mehr hören wollen, die den
„Schlussstrich“ fordern und den Kampf gegen den Rechtsextremismus für
überflüssig halten. Der rechte Mob lebt. Nicht nur in Sachsen. Gut,
dass CDU-Innenminister Thomas de Maizière harte Konsequenzen
angekündigt hat.

Alle Demokraten müssen jetzt zusammenstehen. Ein Land, das in
seiner Geschichte so viel Leid in die Welt getragen und selbst unter
Flucht und Vertreibung gelitten hat, sollte Menschen in Not
bestmöglich behandeln. Das ist die Aufgabe. Und zum Glück passiert
das ja auch. Überall in Deutschland. Jeden Tag. Vielleicht jetzt
sogar noch mehr. Wut kann auch Antrieb sein, wie Bundespräsident
Gauck einmal im Zusammenhang mit Terroristen gesagt hat. Der Hass der
Rechten muss der Ansporn der Rechtschaffenen sein. Unser Land
überlassen wir denen nicht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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