Rheinische Post: Kommentar: Deutschland vergibt die Olympia-Chance

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Hamburg will Olympia nicht. Es gab reichlich
gute Gründe, der Bewerbung um die Spiele 2024 ablehnend
gegenüberzustehen: die Milliardenkosten, die wachsende Terrorgefahr,
die Ungewissheit angesichts der Flüchtlingsproblematik, die
Korruption bei großen Sportverbänden, dazu die speziellen Hamburger
Erfahrungen mit dem Großprojekt Elbphilharmonie. Alles richtig, aber
alles zu kurz gedacht. Die Bürger haben es verpasst, ein Zeichen für
Optimismus und Schaffenskraft zu setzen. Von einer kraftvollen
Bewerbung hätten Impulse ausgehen können, die ins ganze Land hätten
ausstrahlen können – und zwar weit über den Sport hinaus. Olympia
hätte ein Leuchtturm-Projekt für Deutschland werden können, so wie es
London 2012 in Großbritannien war. Auf absehbare Zeit wird es keine
deutsche Bewerbung mehr geben können, nachdem die Bayern vor zwei
Jahren einen Anlauf auf die Winterspiele 2022 gestoppt haben. Dabei
wäre damals eine Kandidatur angesichts der schwachen internationalen
Konkurrenz wie ein Elfmeter ohne Torwart gewesen. In Sachen Olympia
ist Deutschland zu zaghaft. Schade.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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