Rheinische Post: Kommentar / Die AfD wird zur neuen NPD = Von Michael Bröcker

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Sollte jemand die Alternative für Deutschland
nur für eine besonders profilierte konservative Alternative zur CDU
halten, dann sollte er noch einmal nachdenken. Oder einfach zuhören,
was führende Vertreter der Partei sagen. Der NRW-Vorsitzende der AfD
möchte als „Ultima Ratio“ auch Schusswaffen gegen Flüchtlinge
einsetzen. Der Mann ist Jurist und Mitglied des Europäischen
Parlaments. Von einer unbedachten Äußerung eines Hinterbänklers kann
also nicht die Rede sein. Gewalt-Rhetorik scheint en vogue zu sein
bei der AfD. Ein inzwischen ausgeschlossener Kreisvorsitzender aus
Sachsen-Anhalt forderte, die Politiker in Berlin „an die Wand zu
stellen“; ein niedersächsisches Mitglied der Bundesprogrammkommission
erfand die Vergewaltigung einer 12-Jährigen durch einen Flüchtling.
Rechtspopulistische Hetze und Verschwörungstheorien sind bisher die
einzigen Konstanten der „neuen“ AfD. Damit steht die Partei, die mal
als wirtschaftsliberale Professoren-Partei gestartet war, mitten im
braunen Sumpf. Sie bedient fremdenfeindliche Ressentiments und schürt
den Hass gegen diejenigen, die Hilfe benötigen. Der Unterschied zur
NPD liegt nur noch in der Schreibweise. Wer jetzt noch AfD wählt,
kann keine Entschuldigung mehr vorweisen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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