Rheinische Post: Kommentar: Die Bahn in Zeiten des Terrors

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Nicht schon wieder, mögen viele gedacht haben,
als sie vom Terroralarm in Rotterdam erfuhren. Nachdem sich ein Mann
stundenlang im Thalys verschanzt hatte, konnte er ohne Blutvergießen
überwältigt werden. Keine vier Wochen zuvor hatte ein anderer
ebenfalls in einem Thalys das Feuer eröffnet und Passagiere verletzt,
bevor sie ihn entwaffnen konnten. Nach dem 11. September 2001 hatten
sich die Behörden auf den Flugverkehr konzentriert, um aus der hohen
eine höchste Sicherheit zu machen. Und trotzdem konnten selbst
Explosivstoffe an Bord geschmuggelt werden. Wie groß ist da die
Gefahr erst in Zügen, in die praktisch jeder jederzeit ohne Kontrolle
hinein kommt? Am Bonner Hauptbahnhof im Dezember 2010 und in den
Bahnen von Köln nach Koblenz und Dortmund im Juli 2006 hätte aus der
abstrakten Gefahr leicht Massenmord werden können. So groß die
Erleichterung über die Fehlschläge ist, so ermutigend ist die
Erkenntnis, dass die Aufmerksamkeit und das beherzte Eingreifen der
Thalys-Passagiere genau der richtige Umgang mit der neuen und
andauernden Bedrohung ist. So viel Alltagsnormalität wie möglich, so
viel Sensibilität und Entschlossenheit wie nötig.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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