Rheinische Post: Kommentar / Die Bauern sind am Zug = Von Jan Drebes

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Die Bundeskanzlerin hat recht, wenn sie
feststellt, dass die Bauern nicht für alle Verwerfungen auf dem
Agrarmarkt aufkommen müssen. Gemeint hatte sie die Milchbauern, die
sich aufgrund niedriger Preise in einer schweren Krise befinden.
Hofbetreiber fürchten um ihre Existenz, können kaum mehr mithalten im
Wettbewerb. Und das Vertriebssystem aus Erzeugern, Molkereien und
Handel ist komplex, vom einzelnen Landwirt nicht steuerbar.
Liquiditätshilfen könnten die Lage vorerst entschärfen – aber nicht
lange. Es wäre fatal, würden sich die Bauern darauf ausruhen. Sie
sind jetzt am Zug, die teils hausgemachte Krise zu überwinden. Es
gibt also eine Einschränkung zu Merkels Feststellung: Die
Verwerfungen am Markt werden durch solche Milchbauern gefährlich, die
in ihrem Profitstreben immer mehr Milch produzieren und so die Preise
weiter drücken. Genossenschaftsmolkereien in Süddeutschland haben
vorgemacht, dass dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann.
Geholfen haben Einzelgespräche und eiserne Disziplin der Bauern – das
sollte nun dringend Schule machen.

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