Rheinische Post: Kommentar / Die Türkei kennt jetzt ihren wahren Feind = Von Matthias Beermann

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Wenn sich die Vermutung bestätigt, dass
Dschihadisten hinter dem Attentat von Istanbul stecken, sind erstmals
auch Deutsche Opfer des Islamischen Staats (IS) geworden. Doch es war
nicht ihr Pass, der sie das Leben gekostet hat. Der Attentäter wollte
ein touristisches Ziel treffen, so wie Terroristen zuvor schon in
anderen beliebten Urlaubsländern wie Tunesien oder Ägypten
zugeschlagen haben. Die Extremisten wissen, dass sie so maximalen
Schaden in diesen Ländern anrichten können, die zum großen Teil vom
Tourismus leben. Der Zusammenbruch staatlicher Ordnung ist das, was
sie am Ende bezwecken. Mutmaßlich handelt es sich bei dem Anschlag um
Rache dafür, dass Ankara seit einigen Monaten die Koalition gegen den
IS unterstützt und etwa auch die deutschen „Tornados“ von einer
türkischen Basis zu ihren Missionen Richtung Syrien starten lässt.
Lange genug hatte die türkische Regierung gezögert, sich dem Kampf
gegen den IS aktiv anzuschließen. Bis heute erweckt sie den Eindruck,
dass sie die Bedrohung durch die kurdische PKK für größer hält.
Kurdischen Stellungen galten bislang die meisten türkischen Angriffe.
Spätestens seit gestern sollte jedoch klar sein, wo der wahre Feind
der Türkei steht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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