Rheinische Post: Kommentar / Die Verantwortung der Welt für Flüchtlinge = Von Gregor Mayntz

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Natürlich ist die Flüchtlingskatastrophe kein
allein deutsches Problem. Letztlich aber auch kein rein europäisches.
Das weltweite Entsetzen angesichts des erschütternden Fotos vom
ertrunkenen syrischen Kind am Strand der Türkei hat belegt, dass die
Menschen das Schicksal der Flüchtlinge als globale Angelegenheit
empfinden. Kanada nimmt unter dem Eindruck des Fotos nun deutlich
mehr syrische Flüchtlinge auf. Zu spät für das Kind, dessen Familie
offenbar nach Kanada wollte. Wer Tausende von Dollar für eine
lebensgefährliche Bootsfahrt ausgibt, kann dafür auch Tickets für
einen sicheren Flug buchen.

Ein Land hält sich bei der Flüchtlings-Aufnahme auffallend zurück:
Russland. Präsident Wladimir Putin verhindert nicht nur die Einreise
syrischer Asylbewerber, er unterstützt mit allen Mitteln auch das
menschenverachtende Assad-Regime, das die Menschen flüchten lässt.
Putin denkt sogar daran, Soldaten zu schicken, um die Niederlage
Assads abzuwenden. Ohne ihn wird ein Stopp der Fluchtursachen kaum
gelingen. Vor den Folgen verschließt er sich. Wer im Konzert der
Mächte eine größere Rolle spielen will, sollte eigentlich auch mehr
Verantwortung tragen. Bei den Flüchtlingen könnte Putin beginnen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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