Rheinische Post: Kommentar / Die Zerschlagung von Air Berlin = Von Reinhard Kowalewsky

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Für Mitarbeiter von Air Berlin und für die
Passagiere sind die Entwicklungen bei Deutschlands zweitgrößter
Airline besorgniserregend: Ein großer Teil des deutschen und
europäischen Streckennetzes abseits von Berlin und Düsseldorf wird
wohl an den Lufthansa-Ableger Eurowings abgegeben – also steigen auf
diesen Routen die Preise, und die Zahl der Jobs sinkt. Man kann nur
hoffen, dass sich das Bundeskartellamt die Vereinbarungen genau
anschaut. Selbst wenn Air Berlin formaler Betreiber mancher Strecke
bliebe, als Wettbewerber würde das Unternehmen faktisch ausscheiden,
wenn Eurowings die Tickets allein vermarktet. Falls dann auch noch
viele scheinbar rein touristische Flüge in ein Joint Venture mit
Tuifly und/oder andere Ferienflieger wandern, ist für den Flughafen
Düsseldorf höchste Alarmstufe angesagt: Rund 40 Prozent der für die
Wirtschaft wichtigen Langstreckenflüge bietet Air Berlin an. Diese
Strecken lohnen sich nur, wenn ein Teil der Passagiere von anderen
Städten Europas dazukommt – das können auch Passagiere aus Palma oder
Rom sein. Der Flughafen muss sich also größte Mühe geben, auch
Passagieren anderer Airlines als Air Berlin ein einfaches Umsteigen
in deren Langstreckenflüge zu ermöglichen.

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