Rheinische Post: Kommentar / Dschihad-Drohungen und Silvester-Feiern = Von Gregor Mayntz

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Gerade hatten wir uns mit der Frage befasst, ob
man in der Nähe von Flüchtlingsheimen auf die Silvesterknallerei
verzichten sollte, weil traumatisierte Bürgerkriegsopfer Böller mit
Bomben verwechseln könnten, da dreht sich die Parallelität ins
Gegenteil: Die Kulisse von Raketen und Krachern wollten Islamisten in
Brüssel für blutige Anschläge im Herzen der Hauptstadt nutzen. Ein
Alptraum wäre Realität geworden. Den Fahndern gebührt Dank, die
Terrorpläne aufgedeckt und potenzielle Täter gestoppt zu haben. In
die Erleichterung schleicht sich jedoch, ob wir es wollen oder nicht,
das mulmige Gefühl, dass Brüssel nicht allein Hort von
Dschihad-Heimkehrern, „Schläfern“ mit Terror-Potenzial und unentdeckt
radikalisierten „einsamen Wölfen“ sein könnte. Das ist das, was die
Sicherheitsbehörden mit „Deutschland im Fadenkreuz des Terrors“ und
der erhöhten abstrakten Sicherheitsbedrohung des Landes umschreiben.
Nehmen wir dieses Gefühl ruhig zur Kenntnis. Aber ersetzen wir es
dann getrost durch Wachsamkeit und Freude am Feiern. Die Gefahr, auf
dem Weg zur Silvesterfeier einen Unfall zu erleiden, ist ungleich
höher. Und wer mit Panik auf Terrorbedrohung reagiert, gibt seine
Freiheit freiwillig verloren.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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