Rheinische Post: Kommentar / Ein Wunschtraum junger Eltern = Von Birgit Marschall

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Vater arbeitet Vollzeit und noch ein bisschen
mehr, Mutter hat einen Teilzeit-Job. Das ist das Erwerbsmodell der
Mehrheit deutscher Eltern. Zahlen zeigen, dass diese Aufgabenteilung
auch dann nicht aufhört, wenn die Kinder schon älter sind. Sie bleibt
Realität, wenn der Nachwuchs schon im Teenageralter ist. Dabei würde
fast ein Drittel aller Mütter gern mehr arbeiten, und viele Väter
würden gern mehr Zeit für die Kinder haben. Die Regierung kennt diese
Wünsche. Sie versucht mit allerlei komplizierten, immer schwerer zu
durchschauenden Programmen wie einem Partnerbonus die Paare zu
bewegen, Erwerbs- und Familienarbeit gleichmäßiger untereinander
aufzuteilen. Doch die vielen Instrumente bleiben Tropfen auf den
heißen Stein, wenn sich nicht Grundlegendes ändert. Solange Väter in
der Regel deutlich höhere Brutto-Stundenlöhne und aufgrund des
Ehegattensplittings um ein Vielfaches höhere Netto-Einkünfte erzielen
als Mütter, solange sie bessere Karrieren machen können, werden sie
auch Haupternährer der Familie bleiben. Das liegt in der ökonomischen
Logik jeder Familie. Solange Kitas und Schulen zudem am frühen
Nachmittag schließen, wird eine andere Aufgabenteilung ein
Wunschtraum junger Eltern bleiben.

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Rheinische Post
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