Rheinische Post: Kommentar / Elektro-Autos müssen selbst fahren lernen = Von Thomas Reisener

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Die 1,2 Milliarden Euro, die jetzt in Prämien
für den Kauf von Elektro-Autos fließen sollen, sind schlecht
investiert. Es spricht ja nichts dagegen, ökologisch wünschenswerte
Technologien zu fördern. Aber bitte nur am Anfang, wenn diese
Technologien noch neu sind und es deshalb noch keine Nachfrage geben
kann. Danach müssen sie sich aus eigener Kraft bewähren. Sonst
fördert der Staat anstelle von Fortschritt nur die Abhängigkeit von
Subventionen. Elektroautos gibt es seit über 100 Jahren – seit 20
Jahren werden sie in Großserie produziert. Trotzdem akzeptieren die
Käufer sie noch immer nicht. Das hat vor allem technische Gründe. Zum
Beispiel sind die Akkus noch immer zu schwach, zu schwer, zu
kurzlebig und zu unpraktisch. Was soll eine Prämie von 4000 Euro pro
Auto denn daran ändern? Elektro-Autos werden ohnehin nicht von
Sparfüchsen gekauft. Dafür sind sie unter dem Strich viel zu teuer.
Billiger ist bislang nur ihr „Sprit“. Elektro-Auto-Fans sind
Idealisten. Meist betucht und gebildet. Sie wollen Zeichen setzen.
Aber nicht sparen. Die Prämie wird vor allem Mitnahme-Effekte
provozieren. Schade. Anderswo ließe sich mit den 1,2 Milliarden Euro
mehr für die Umwelt erreichen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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