Rheinische Post: Kommentar: Entwurf mit Augenmaß

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Für den einzigen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe,
der Befürworter aus allen fünf im Bundestag vertretenen Parteien von
CSU bis zur Linken hat, zeichnet sich zu Recht bereits jetzt eine
breite Zustimmung im Parlament ab. Er ist mit Augenmaß geschrieben
und lässt Ärzten wie Angehörigen einen Spielraum, todkranke Menschen
auch mit hoch dosierten Arzneien zu versorgen, die das Leben
verkürzen können. Die vorgeschlagenen Neuregelungen werden die Hilfe
zum Selbstmord aber keinesfalls gesellschaftsfähig machen. Von dem
Gesetzentwurf geht ein klares Signal aus: Geschäftsmäßige Beihilfe
zum Suizid, ob mit oder ohne finanziellen Gewinn, soll verboten
werden. Für eine Gesellschaft, für die es in Zukunft immer
schwieriger und teurer wird, ihre alten und kranken Menschen würdig
zu versorgen, ist dieses Verbot eine wichtige rote Linie. Ansonsten
bestünde die Gefahr, dass wir auf einen gesellschaftlichen Konsens
zusteuern, in dem die Todespille auf dem Nachttisch als eine Option
gesehen wird, mit Leid und Krankheit umzugehen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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