Rheinische Post: Kommentar / Etappensieg im Irak = Von Godehard Uhlemann

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Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi feiert in
Ramadi die Befreiung der Stadt von der Terrormiliz Islamischer Staat
(IS). Das ist verständlich. Doch seine Ankündigung, die Dschihadisten
2016 aus dem Irak zu vertreiben, klingt überheblich. Die Befreiung
Ramadis ist militärisch mit Hilfe einer von den USA geführten Allianz
gelungen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Gefahr, die von der
Terrormiliz generell ausgeht, damit gebannt ist. Sie wird sich
verlagern in andere Gebiete und Länder. Das alles erinnert an die
radikalislamischen Taliban und den Fall Afghanistan. Auch da wurden
die Kämpfer aufgespürt, bekämpft und vertrieben. Am Ende und nach dem
Abzug der westlichen Allianz kamen sie zurück, Anschläge und
Unsicherheit nehmen erneut zu. Alles wie gehabt. Militärisches
Vorgehen gegen solche Milizen mag kurzzeitig erfolgreich sein. Wer
jedoch langfristig Erfolg haben will, muss den Extremisten den
ideologischen Boden entziehen. Das geht nur über Ausbildung und
Aufklärung. Wirtschaftsfortschritte und echte Lebensperspektiven für
die Jugend sind unabdingbar.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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