Rheinische Post: Kommentar: EZB straft Privatanleger

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Der Europäischen Zentralbank sind bei ihrem
Versuch, Europa zu mehr Wachstum zu verhelfen und dem umstrittenen
Risiko einer Deflation vorzubeugen, längst die Mittel ausgegangen.
Seit eineinviertel Jahren pumpt sie mit dem Kauf von Staatspapieren
immer mehr billiges Geld in die Märkte, ohne dass die Konjunktur in
der Euro-Zone einen echten Aufschwung erleben würde. Europa fehlt es
in seinen ökonomischen Krisenregionen nicht am Geld, sondern an
Strukturreformen. Der verstärkte Kauf von Firmenanleihen wird an
dieser Diagnose nichts ändern. Im Gegenteil: Je mehr Anleihen die EZB
und ihre Helfershelfer erwerben, umso mehr wird der Wettbewerb bei
der Kreditvergabe verzerrt. Der Notstand für ohnehin gebeutelte
Privatinvestoren wird immer größer, weil sie bei den großen
Firmenanleihen nicht mehr zum Zuge kommen und auf riskantere
Investments ausweichen müssen. Und die Risiken für den Steuerzahler
wachsen auch, weil selbst große Firmen in Not geraten könnten. Was
will Mario Draghi tun, wenn auch das nicht funktioniert?

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Rheinische Post
Redaktion

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