Rheinische Post: Kommentar / Falsches Signal an Athen = Von Martin Kessler

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Zwischen Europäern und dem Internationalen
Währungsfonds (IWF) tobt ein Glaubenskrieg über den möglichen
Schuldenschnitt für Griechenland. Der IWF geht davon aus, dass
Wachstum nur bei einer Verringerung der gigantischen Staatsschuld
möglich ist, die Euro-Finanzminister wollen mit aller Macht
verhindern, dass Geld ihrer Steuerzahler durch einen Schnitt verloren
geht. So wichtig der IWF für die Lösung der Schuldenkrise ist, hier
unterliegt er einem Trugschluss. Denn die aktuelle Schuld ist für die
Wirtschaftsentwicklung Griechenlands zunächst ohne Belang. Sie steht
in den Büchern. Und solange sie nicht bedient werden muss, ist sie
lediglich ein Erinnerungsposten. Denn auch die Europäer haben Athen
auf absehbare Zeit Zins- und Tilgungsfreiheit eingeräumt. Wenn jetzt
Athen in den Genuss eines Schuldenerlasses käme, würde dies
Premierminister Tsipras sofort als Einladung missverstehen, die
Ausgabendisziplin zu lockern. Mit den Schulden haben die Gläubiger
ein Faustpfand, um Athen auf Sparkurs zu halten. Das sollten sie
nicht vorschnell aufgeben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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