Rheinische Post: Kommentar / FDP kneift bei Turbo-Abi = Von Thomas Reisener

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Die FDP fordert Wahlfreiheit im Streit um das
Turbo-Abi: Jedes Gymnasium soll selbst entscheiden, ob es acht oder
neun Schuljahre anbieten will. Das Deregulierungs-Mantra der FDP
würde dem Land in vielen Bereichen helfen. Im G 8/G 9-Streit ist
Wahlfreiheit aber keine gute Idee. Das Land beschäftigt ein ganzes
Heer von Bildungsexperten, die hauptberuflich nichts anderes als das
bestmögliche Schulangebot entwickeln. Wenn selbst dieses teure
Kompetenzzentrum zu keinem klaren Ergebnis in der G 8-/G 9-Frage
kommt, ist eine einzelne Schule damit erst recht überfordert.
Deregulierung ist nicht immer gut. Manchmal ist die Rückdelegation
von Verantwortung auch nur das Ergebnis eigener Ratlosigkeit. Oder
von Opportunismus: Bei der für die FDP wichtigen Klientel der
Gymnasial-Eltern will man es sich offenbar mit keinem der beiden
Lager verderben. Dafür ist die Bildungshoheit der Länder aber nicht
gemacht. Das wenige, das Landespolitik überhaupt noch eigenständig
entscheiden darf, soll sie bitte auch entscheiden. Sonst brauchen wir
sie nicht mehr.

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