Rheinische Post: Kommentar / Flüchtlings-Urteil gegen eine menschliche Geste = Von Thomas Reisener

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Das Urteil des Düsseldorfer
Verwaltungsgerichtes ist ein Schlag ins Gesicht aller, die
Flüchtlingen in höchster Not helfen wollten. Um ihre Landsleute aus
nicht selten akuter Lebensgefahr zu befreien, ließen viele in
Deutschland lebende Syrer sich auf ein „Sonderangebot“ der deutschen
Bundesländer ein: Sie bürgten materiell für ihre Familienangehörigen
und Freunde, um ihnen eine schnellere Flucht nach Deutschland zu
ermöglichen. Dass diese zutiefst menschliche Geste nach dem Urteil
nun in einem finanziellen Fiasko für die Helfer zu enden droht, mag
eine juristische Notwendigkeit sein. Aber ungerecht ist es trotzdem.
Wer anderen hilft, muss belohnt und nicht bestraft werden. Betroffen
sind auch Kirchen und karitative Verbände, die für syrische
Flüchtlinge gebürgt haben. Das Urteil, gegen das noch Revision
eingelegt werden kann, zeigt auch, wie blauäugig viele
Flüchtlingshilfsmaßnahmen organisiert werden. An diese juristische
Konsequenz hat offenbar niemand gedacht. Aber wie auch immer die
Flüchtlingskrise irgendwann ausgeht, niemals darf am Ende der
Lerneffekt stehen: „Helfen ist gefährlich“. Denn sonst fängt die
Krise in Deutschland erst richtig an.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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