Rheinische Post: Kommentar / Frankreich wählt den Ideenwechsel = Von Godehard Uhlemann

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Die erste Runde der französischen
Parlamentswahl war mehr als ein Stimmungstest. Sie war das Bekenntnis
vieler Franzosen zu neuen zündenden politischen Ideen, zu Optimismus
und Aufbruch. Nachdem sie vor fünf Wochen Emmanuel Macron überzeugend
zum Staatspräsidenten gewählt hatten, signalisierten sie ihm nun,
dass sie bereit sind, seine junge Bewegung „Republik auf dem
Vormarsch“ zu stützen. Macron braucht eine starke parlamentarische
Mehrheit, um seine Politik des Wandels erfolgversprechend angehen zu
können. Dabei geht er ein großes Risiko ein. Macron setzt auf viele
Bürger aus der Zivilgesellschaft, die sich nun bewähren können. Er
gibt ihnen die Chance, Politik und anstehende Reformen
mitzugestalten, anstatt im nutzlosen Nörgeln zu verbittern. Dies ist
eine Kampfansage an die etablierten Parteien und alle strukturellen
Verkrustungen. Der zweite Wahlgang muss das Projekt noch krönen.
Macron hat die Menschen mit seiner offenen Art berührt. Er hat allen
Berufsskeptikern klar gemacht, dass neben allen innenpolitischen
Problemen das Projekt Europa kein auslaufendes Modell ist. Im
Gegenteil. Das Thema Europa bleibt für die Jugend des Kontinents eine
Schicksalsfrage.

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