Rheinische Post: Kommentar / Freund Israel = Von Martin Kessler

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In seinem provokativen Buch „Israel, um Himmels
willen, Israel“ beschreibt der unlängst verstorbene jüdisch-deutsche
Schriftsteller Ralph Giordano das Dilemma des Judenstaats. Bedrängt
von Todfeinden, fragmentiert im Innern und immer um seine Existenz
bangend, muss Israel so tun, als sei es ein ganz normaler Staat. Und
Israel kann sich seine Freunde nicht aussuchen. Es muss mit einem
autokratischen Ägypten paktieren, einen mit allen Wassern gewaschenen
Geheimdienst unterhalten und eine bis an die Zähne bewaffnete Armee
finanzieren. Zugleich muss es sich eng an die Supermacht USA
anlehnen, egal ob der Präsident Bush oder Obama heißt. Dass
ausgerechnet die Deutschen mit ihrer Vergangenheit des Holocausts der
zweitbeste Freund Israels sind, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Aber diese Verbindung ist für beide Länder essenziell, im Falle
Deutschlands sogar mit der Staatsraison verbunden. Es war einer von
Merkels klügsten Schachzügen, dies so offen auszusprechen. Darauf
gründet sich die deutsch-israelische Freundschaft.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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