Rheinische Post: Kommentar / Gaulands Gefühl = Von Michael Bröcker

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Nehmen wir mal an, dass die Mehrheit der
Deutschen kein Problem damit hat, neben einem gebürtigen Berliner,
gläubigen Christen und erfolgreichen Fußball-Nationalspieler zu
wohnen. Selbst wenn der eine dunkle Hautfarbe hat. Also: viel Lärm um
nichts? Nicht ganz. Jenseits der Person Boateng steht hinter
Alexander Gaulands Aussage ein Phänomen, das existiert: eine tief
verankerte Ausländerfeindlichkeit bei Einigen. Man prüfe sich. Haben
Sie Sorge, Ihr Kind in eine Kita zu geben, in der viele Migranten
sind? Wechseln Sie die Straßenseite, wenn drei dunkelhäutige Männer
entgegenkommen? Was denken Sie, wenn Sie eine Gruppe Schwarzafrikaner
in der Altstadt sehen? Vorurteile. Ängste. Das ist Realität. Und
menschlich. Was wir aber brauchen, ist ein gelassener Optimismus. Das
Gefühl, zu wissen, wer wir sind, was wir wollen und welche Werte wir
uns nicht nehmen lassen. Empathie und Offenheit gegenüber
Zuwanderern, weil wir ahnen, dass national abgeschottete
Gesellschaften verkümmern. Eine Herausforderung, sicher. Es wäre
toll, wenn auch die AfD helfen würde.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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