Rheinische Post: Kommentar / Gespaltenes Königreich = Von Michael Bröcker

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Die gute Nachricht aus London: Die
euroskeptische Ukip spielt keine Rolle mehr. Die schlechte Nachricht:
Die euroskeptischen Konservativen haben gewonnen. Im Ernst: David
Camerons Überraschungserfolg dürfte auch seiner EU-Kritik geschuldet
sein. Damit hat der Premier bei seinen Anhängern Erwartungen geweckt,
die er eigentlich gar nicht erfüllen will. Cameron will sein Land in
der EU halten. Nur sehen das viele Parteifreunde anders – und Cameron
hat nur eine knappe Mehrheit im Parlament. Jede Abstimmung im
Unterhaus wird eine Abstimmung über Europa. Fraglich auch, ob das
Volk beim Referendum für die EU votieren wird. Dabei wäre ein Rückzug
aus Europa vor allem für Großbritannien fatal. Es würde in seiner
wirtschaftlichen und politischen Bedeutung international verlieren.
Der Finanzplatz London wäre marginalisiert. Und: Die EU wird sich
nicht zurückentwickeln, nur weil London es will. Camerons Mission ist
heikel: Er muss das Königreich einen (die schottischen Nationalisten
sind gestärkt) und zugleich wieder nach Europa führen. Er könnte auf
Churchill zurückgreifen: Der forderte schon 1946 die „Vereinigten
Staaten von Europa“. Mit Großbritannien als Kernmitglied.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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