Rheinische Post: Kommentar: Gewalt von links

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In Berlin hat man gelegentlich den Eindruck,
dass linke Gewalt wie Folklore wahrgenommen wird. Als gehöre sie dazu
wie der Alex und das Brandenburger Tor. Doch diese Einstellung ist
grundfalsch. Man stelle sich nur vor, die mehr als 120 Polizisten
wären von rechtsextremen Gewalttätern in einer Nacht angegriffen und
verletzt worden. Wir würden neue Sicherheitskonzepte für das Land und
für und unsere Polizei diskutieren. Warum bleibt eine solche Empörung
bei linker Gewalt aus? Die von Linksextremisten ausgehende Gewalt
übersteigt immer noch die der Rechtsextremisten. Dass Innensenator
Henkel mit seiner Politik der harten Hand nun weitgehend isoliert
dasteht, hat er sich in Teilen selbst zuzuschreiben. Er ist aber auch
Opfer der merkwürdigen Berliner Einstellung, wonach stets der Mut
fehlt, Recht und Gesetz einfach durchzusetzen. So war das zuletzt
auch, als Flüchtlinge wild auf dem Oranienplatz campierten. Berlin
leistet sich immer wieder anarchische Zustände. Das sollte ein
Rechtsstaat, der als solcher ernst genommen werden möchte, nicht tun.

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