Rheinische Post: Kommentar: Glasfaser für alle

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Kennen Sie Charles Kuen Kao? Nein? Da geht es
Ihnen wohl wie vielen Verkehrsministern. Der Physiker hat
herausgefunden, wie Daten mit Hilfe von Licht durch Glasfasern
geschickt werden können. Dafür bekam er 2009 den Nobelpreis.
Entwickelt hat er die Idee aber schon 1966. Kurzum: Die
Glasfaser-Technologie ist nicht vom Himmel gefallen. Genau so wenig
haben wir den PC angeschaltet und plötzlich war da ein Internet. All
zu oft vermittelt die Politik aber den Eindruck, als wäre es so
gewesen. Rund 50 Jahre nach Charles Kuen Kaos Theorie soll nun das
Verlegen von Leerrohren für Glasfaserleitungen beim deutschen
Straßenbau Pflicht werden. Warum erst jetzt? Weil die EU es sowieso
zur Pflicht macht? Da wurde Zeit verschenkt. Das darf sich nicht
wiederholen. Konkret: Wir brauchen nicht nur unter Autobahnen
Glasfaser, sondern in jedem Haus. Dort liegen noch zu oft
Kupferleitungen, deren Erhalt die Telekom mit aller Macht verteidigt.
Dabei muss man kein Nobelpreisträger sein, um zu begreifen, dass sie
nur Übergangslösung sein können. Wir lassen ja auch Autos nicht mehr
von Pferden ziehen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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