Rheinische Post: Kommentar / Großbritannien muss Partner bleiben = Von Martin Kessler

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Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger
Gary S. Becker hat herausgefunden, dass die Scheidungen in den USA
einen höheren ökonomischen Schaden verursachten als manche
Wirtschafts- und Finanzkrise. Das könnte auch für den Rosenkrieg
zwischen Großbritannien und der EU zutreffen, die mit Abstand
teuerste Scheidung der Welt. Deshalb sollte die Vernunft der
Beteiligten die emotionalen Folgen der Trennung eindämmen. Sonst
haben beide am Ende einen höheren Schaden als nötig. Die offenbar von
Ärger und Hass getriebenen Aussagen, die Briten mögen den Club so
schnell wie möglich verlassen, sind also fehl am Platz. Um diese Ehe
vernünftig zu scheiden, braucht es wie im privaten Leben Zeit. Die EU
sollte den derzeit taumelnden Briten erlauben, sich erst einmal zu
finden und ihre Agenda zu formulieren. Das ist auch im Interesse der
verbliebenen Staaten. Das Signal beim ersten EU-Gipfel ohne
Großbritannien hätte deshalb klarer ausfallen können: Wir geben euch
Zeit, aber nicht ewig. Stattdessen machen manche in Brüssel unnötig
Druck und kühlen ihr Mütchen. Man kann nur hoffen, dass Kanzlerin
Merkel bei ihrer zurückhaltenden Linie bleibt.

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