Rheinische Post: Kommentar: Haftplätze fehlen doch

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Nun also doch. Noch vor zwei Monaten hatte das
NRW-Justizministerium die Schließung der Gefängnisse in Krefeld und
Mönchengladbach nachdrücklich verteidigt. Die Zahl der Haftplätze sei
ausreichend, zumal die Verurteilungen zu Freiheitsstrafen rückläufig
seien, hatte es geheißen. Jetzt plötzlich der Sinneswandel: Die
beiden JVA sollen reaktiviert werden. Dieses Hin und Her ist kein
Ruhmesblatt für Justizminister Thomas Kutschaty (SPD). Es war zu
erwarten, dass im Zuge der intensivierten Fahndung nach
islamistischen Terroristen, extremistischen Gruppen,
Sexualstraftätern und Einbrechern die Zahl der Häftlinge deutlich
ansteigen würde. Die JVA sind aber schon jetzt zu mehr als 90 Prozent
belegt. Wenn dort ein Zellentrakt renoviert wird und die Häftlinge
zusammenrücken müssen, bedeutet dies für das Sicherheitspersonal, das
es mit teilweise aggressiven Gefangenen zu tun hat, eine zusätzliche
Belastung, da noch mehr Konflikte unter den Häftlingen drohen als
ohnehin schon. Kutschaty, so scheint es, hat gerade noch die Kurve
gekriegt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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