Rheinische Post: Kommentar / Hart bleiben bei Hellas = Von Michael Bröcker

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Die Troika sollte bei den Verhandlungen mit der
griechischen Regierung in der Form höflich, in der Sache aber hart
bleiben. Aus Solidarität den EU-Mitgliedsstaaten gegenüber. Die
Kriterien für Finanzhilfen dürfen nicht von der Lautstärke der
Finanzminister der Empfängerländer abhängen. Die Auflagen, die für
Portugal und Irland gelten, müssen auch für Griechenland gelten. Auch
das ist die europäische Solidarität, die Tsipras will. De facto ist
die Gemeinschaft Athen weit entgegengekommen. Die extrem langen
Laufzeiten der Kredite sind ein versteckter Schuldenerlass. Zudem
kann sich Athen die Reformen aussuchen. Niemand zwingt Tsipras dazu,
die Renten zu kürzen. Er könnte auch die unsäglich hohen
Militärausgaben kürzen oder endlich ein Konzept entwickeln, wie
wohlhabende griechische Steuerflüchtlinge sich an der Rettung ihres
Landes beteiligen. Athen könnte Vorschläge zur Privatisierung der
Staatsunternehmen machen, statt den öffentlichen Dienst aufzublähen.
Athens Wirtschaftspolitik treibt das Land in den Grexit, nicht die
Politik der Euro-Staaten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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