Rheinische Post: Kommentar: Höfe sterben trotz Hilfe

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Bis sich eine Branche selbst brutale
Schrumpfkuren empfiehlt, muss viel passieren. Doch genau an diesem
Punkt befinden sich die Milchbauern angesichts drastisch gesunkener
Preise mittlerweile. Sie hätten das Überangebot und damit den
schrumpfenden Erlös maßgeblich selbst zu verantworten, sagten gestern
Landwirte beim „Milchgipfel“ in Berlin. Das ist eine wichtige
Erkenntnis. Bitter ist nur, dass gerade kleine Betriebe im Wettbewerb
zu Produktionssteigerungen gezwungen werden und so in ein Dilemma von
immer mehr Milch für immer weniger Geld geraten. Schuld ist auch
mangelnde Solidarität in den vielen Genossenschaftsmolkereien, deren
Inhaber die Bauern selbst sind. Niemand will die eigene Produktion
reduzieren, wenn andere sie noch erhöhen. Und so zeichnet sich ab,
dass die von Agrarminister Schmidt versprochenen 100 Millionen Euro
Nothilfe das Problem gar verschärfen könnten. Wieder sendet die
Politik das Signal, krisengeschüttelte Betriebe aufzufangen, ohne ein
tragfähiges Netz zu spannen. Das Geld reicht nicht, und das
Höfesterben geht wohl weiter.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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