Rheinische Post: Kommentar / Idomeni – Schluss mit der zynischen Inszenierung = Von Gregor Mayntz

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Die griechischen Behörden haben nach Monaten
mit der Räumung des provisorischen Flüchtlingslagers Idomeni an der
mazedonischen Grenze begonnen. Und das ist auch gut so. Aus dem
Rückstau nach dem Dichtmachen der Grenze war ein politisches Manifest
geworden. Wiederholt hatten die Lagernden Angebote ausgeschlagen, in
feste Unterkünfte in der Umgebung zu wechseln. Sie begründeten das
mit der Hoffnung darauf, dass die Grenze doch wieder geöffnet würde
und sie dann zu den ersten gehören wollten, die auf dem ursprünglich
geplanten Weg vorankommen. Wenn die griechischen Behörden die Dinge
nun im Schlamm von Idomeni in den Griff zu bekommen versuchen, kann
das nur der erste Schritt sein. Die europäische Solidarität ist auch
und gerade in den neuen Unterkünften von Idomeni gefragt. Die
Menschen haben Anspruch auf geordnete Asylverfahren und klare,
verbindliche Auskunft über ihre Zukunftschancen innerhalb der
Europäischen Union – oder eben eine organisierte Rückführung. Nur mit
einem geordneten Umgang lassen sich die richtigen Signale aussenden –
und die letztlich zynische mediale Inszenierung enttäuschter
Hoffnungen wird beendet.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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